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Landbesitz von Ausländern in Thailand – Panikmache oder berechtigte Sorge?

24. August 2009 [ 5 Kommentare ]

Zeitungen und Gazetten berichten in letzter Zeit häufig darüber, dass mehr und mehr Landflächen in Thailand „Farrangs” (Ausländern) gehören. Überschriften wie: „Ausländer besitzen 90 % der Strandggrundstücke auf Phuket” oder „Regierung entdeckt – Ausländer kaufen Farmland” heizen die Stimmung an.

Die angesehene Agentur für Meinungsumfragen, Thailand Research Fund (TRF), lieferte am 23. August in einem Seminar für Wirtschafts- und Jurastudenten, neu aufbereitete Argumente zu einer alten Tatsache, zum Zweck der Meinungsbildung.

Phukets beliebte Küste in ausländischer Hand?

Phukets beliebte Küste in ausländischer Hand?

Die Nachforschungen der TRF ergaben, dass Beamte und Anwälte dabei geholfen haben Ausländischen Unternehmern, im Besonderen Arabern, Reis-Farmen und Resort-Grundstücke zu erwerben. Das ist nicht neu und weiss in Thailand jeder Student. Internationale Konsortien benutzen Strohmänner (und Frauen), um die Land-Transaktionen zu tätigen, was in Thailand illegal ist. Wirtschaftsexperten gaben an, dass zum Beispiel 90 % der Küstenlinie Phukets  thailändischen Strohmännern, die von Ausländern als Besitzer vorgeschoben werden, gehört! Doch es betrifft nicht nur Phuket. Zu den beliebtesten Ankaufgebieten zählen: Hua Hin in Prachuap Khiri Khan, Koh Phangan, Koh Samui in Surat Thani und Pattaya in Chon Buri.

Ein grosser Teil der Landkäufe wird ebenfalls durch Heirat mit einer Thai möglich gemacht. So ist es nicht verwunderlich, dass immer wieder Meldungen auftauchen, nach denen Politiker vorhandene Gesetzeslücken schliessen wollen. Nur, bisher blieb es bei Absichtserklärungen.

Aber auch Dorfchefs und Beamte sind in die Landkäufe verstrickt. In einigen Unternehmen sind Thai-Geschäftspartner vertreten, die legal 51 % einer Firma halten, jedoch lediglich als „Berater” tätig sind und in dem Unternehmen keinerlei Befugnisse haben.

Der „Foreign Business Act” verbietet Ausländern Land zu kaufen oder zu leasen, um Landwirtschaft zu betreiben. Das Gesetz erlaubt aber, dass sie 49 % an einer Thaifirma besitzen, die dazu berechtigt ist.

Wer dagegen verstösst, muss mit bis zu 3 Jahren Gefängnis und/oder 1 Million Baht (knapp 21.000 €) Strafe rechnen. Ob in solchen Fällen das Verhältnis zwischen bestraften Ausländern und thailändischen Strohmännern harmonisiert, ist nicht belegt.

Angst vor Überfremdung und ratlos gegenüber Alternativen

Wie in jeder hitzig geführten Diskussion, gibt es mehrere Meinungen. Die herbeizitierte Statistik gibt lediglich Zahlen an, analysiert jedoch nicht Ursachen und Hintergründe.

Sieht man einmal von der Entwicklung in den touristischen Hochburgen des Landes ab, haben Thais ihre Strände zwar immer als Spielwiese zum Sonnenuntergang betrachtet, aber ansonsten galten sie als nutzlose Flächen, auf denen nichts wächst. Doch es ist verständlich, wenn der Patriotismus neue Formen annimmt, etwa wenn Farmland an ausländische Konzerne verkauft wird, während 80% der Reisbauern hoffnungslos verschuldet sind.

Andererseits hat sich bisher nie jemand darüber aufgeregt, wenn Farmland von Thais erworben und in Industrieparks oder Wohnanlagen verwandelt wird. Wäre es nicht die bessere Alternative wirksame Gesetze zu schaffen, die Farmland ausdrucklich als solches ausweisen und entsprechend schützen, egal vor wessen Zugriff?

In Zeiten der Globalisierung wäre es ebenso angebracht darüber nachzudenken, ob man zum Beispiel mit einer arabischen Firma, die auf Thai-Boden zum Export bestimmten Reis anbaut, nicht joint ventures oder barter deals aushandeln sollte. Die Regierung könnte Mindestlöhne für die Arbeiter von betreffenden Auslandsunternehmen festlegen und allen Beteiligten wäre gedient. Thailand hat Reis, aber kein Öl!

Eine weitere Überlegung wäre, ob man nicht besser beraten ist, die Lebensumständer der Reisbauern zu verbessern? Wenn ein Farmer nicht nur seine Schulden bezahlen, den Lebensunterhalt bestreiten und obendrein vielleicht noch etwas zur Seiten legen kann, würde das zumindest zu einer ideellen Wertschätzung seiner Erdscholle führen und seine Bereitschaft, Land zu verkaufen, minimieren. Das ist das simple Prinzip von Angebot und Nachfrage. Hinzukommt, dass nur ein verschwindend kleiner Teil der heranwachsenden Landbevölkerung bereit ist als Farmer zu leben, um sich trotz harter körperlicher Arbeit in Schulden zu verstricken.

Thailand wird voraussichtlich immer genug Agrarprodukte produzieren können, um den Eigenbedarf zu decken. Das eigentliche Problem scheint aber die Frage zu sein, ob die Nation auch Willens und in der Lage ist neue Wege zu gehen, um die Zukunft zu sichern. In endlosen Zeiten politischer Instabilität allein auf fragile Sektoren wie Tourismus und mit Hilfe von billiger Arbeitskraft produzierten Massenartikeln zu setzen, scheint nicht die geeignete Strategie zu sein, den Herausforderungen der Zukunft zu begenen.

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Autor/in: Andre Lamberz Abo: RSS-Feed | Mehr...


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5 Kommentare »

  • durchblick sagt:

    zunaechst waer besitzt das land? 90% des landes(geographisch,wie wirtschaftlich) gehoert einer elite,die nicht einmal 10% der bevoelkerung wiederspiegelt.diese eliete ist wohl in besitz von unzaehligen land im ausland,will sich das heimische monopol aber nicht kaputt machen lassen.natuerlich wird dann immer wieder einmal vor der \\\\\\\\

  • diggergernag sagt:

    Wer Thailand kennt oder hier lebt weis, dass Thailand gekonnt alles ignoriert, was Zukunft hat oder bringt!

    So glaubt man bis Heute an eine Zukunft als Technologienation, obwohl dies weder Heute so ist, noch in der Zukunft so sein wird! Aber den Standortvorteil zwischen China und Indien, moechte man auch nicht nutzen, um eine wachsende Supportindustrie aufzubauen!

    Lieber traegt man eine fragwuerdige Anstaendigkeit vor sich her, um hinter der Fassade, das eigne Versagen zu verstecken!

    Und wer von den hochanstaendigen Thai ist nicht verschuldet? Fast das gesamte Leben basiert in Thailand auf Schulden, die schnell ohne grosse Ueberlegung aufgenommen werden!

    Eben Thailand!

  • durchblick sagt:

    zunaechst waer besitzt das land? 90% des landes(geographisch,wie wirtschaftlich) gehoert einer elite,die nicht einmal 10% der bevoelkerung wiederspiegelt.diese eliete ist wohl in besitz von unzaehligen land im ausland,will sich das heimische monopol aber nicht kaputt machen lassen.natuerlich wird dann immer wieder einmal vor der ueberfremdung gewarnt.es wird damit nur abgelaengt,wer die faeden hier zieht landbesitz fuer auslaender in thailand ist rechtlich UNMOEGLICH! mit thai frau? schwachsinn. einer thai ,die offiziel mit einem auslaender verheiratet ist,ist ebenfalls der erwerb von land nicht moeglich!(nationalismus) alles andere ist nur auf dem weg der bekannten koruption moeglich.und dann sind wier wieder bei der eliete angelangt. es ist nicht nur der reisbauer,der darunter zu leiden hat.auch der nornale arbeiter wird in seinem leben nie ein stueck land sein eigen nennen koennen.dafuer darf er schwe…mieten fuer die letzten schuppen in den ballungsgebieten zahlen.wenn ich alle produktionsmittel,land,medien,bildungswesen,usw.in den haenden halte kann mier so gut wie nichts geschehen.und wenn daran geruettelt wird schicke ich einfach meine gelb oder rothemden auf die strasse.perfeckt ausgegluegelt.(faschismus) da friert mier das \\

  • durchblick sagt:

    strategi und zukunft? die strategi ist klar und die zukunft auch. alles bleibt beim alten. warum sollte sich wohl die von mier ewahnte elite etwas neues ausdenken? wier koennen bei dem besehnden bildungswesen anfangen. es werden bewusst wiederspruchslose, obrigkeitshoerig konsumenten herangezogen.es werde ein gewisser prozententsatz von willigen und korrupten staatsdienern aussotiert,und damit sichergestellt ,dass am besthenden system keiner ruetteld.diese\

  • khun siggi sagt:

    thaifrauen mit farangmann darf 2 rai land kaufen.

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